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Verspäteter Abschied

In einer kurzweiligen Feierstunde haben wir kurz vor Beginn des neuen Schuljahres diejenigen sechs Kolleginnen und Kollegen verabschiedet, die bereits im Sommer 2020 in den verdienten Ruhestand eingetreten sind. Das Infektionsgeschehen machte es lange Zeit unmöglich, eine Feier durchzuführen, die das langjährige Engagement der Pensionäre im und für das MGJ auch nur im Ansatz würdigt. 

Umso schöner war es jetzt, die vertrauten Gesichter wiederzusehen, die im Kreise des Lehrerkollegiums, ihrer Familien sowie einiger Menschen aus Vergangenheit und Gegenwart der Schule verabschiedet wurden.

Nach der Eröffnungsrede der Feier durch unsere Schulleiterin Christiane Clemens würdigte Frau Dr. Barbara Schellenberger als Vertreterin des Schulträgers das Wirken der Pensionäre. 

Dabei führte sie an, dass die „Ruheständler“ hier zum Wohle mehrerer Schülerinnengenerationen gewirkt und dabei neben der Pandemie zum Schluss der Dienstzeit auch ganz unterschiedliche bildungspolitische Ansätze wie auch insgesamt fünf SchulministerInnen mitbekommen haben.

Der Wandel umgreift auch die Klientel unserer Schülerinnen von Generation X über Y nach Z. Einen Wandel mit Herausforderungen, aber auch mit Chancen durch die zunehmende Digitalisierung unserer Schule, deren Auswirkungen die Pensionäre nun durch Erzählungen ihrer ehemaligen Kolleginnen und Kollegen erleben können.

 

Frau Dr. Schellenberger ging dann durch die Nennung einiger „Schlaglichter“ auf die unterschiedlichen Funktionen und Aufgabenbereiche der Pensionäre ein.

 

Peter Mangold, seit 1983 am MGJ, der „Lehrer, Eventmanager und vieles mehr“, der als Referendar „klein angefangen“ hat, 1985 als Lehrer für Deutsch und Englisch eingestiegen ist, später für das Jahrbuch verantwortlich war, einen Austausch nach Australien organisiert hat und Vorstandsmitglied des Fördervereins war. Die Qualitäten im Eventmanagement zeigten sich natürlich jährlich bei der Mädchensitzung an Weiberfastnacht, aber auch beim historischen Festzug „2000 Jahre Jülich – 750 Jahre Stadtrechte“, bei den Schuljubiläen 1991, 2012 und 2016 sowie bei der Bild-Versteigerung der Stiftung MGJ.

 

Seit 35 Jahren war Dr. Thomas Schauff am MGJ, der auch im neuen Schuljahr noch als Schulseelsorger und mit wenigen Unterrichtstunden präsent bleibt. Frau Dr. Schellenberger konnte hier ihre Dankesworte mit einem Glückwunsch zum kürzlich gefeierten 35. Priesterjubiläum von Herrn Dr. Schauff verbinden. Vom Regionalvikar des Opus Dei seinerzeit als „richtiger Lehrer“ angekündigt war Herr Dr. Schauff gleichermaßen „guter Lehrer und guter Seelsorger“ und verstand es, „Nähe und Distanz in rechter pädagogischer Distanz zu verbinden“, sei es beim Flachsen über den Lieblingsverein 1. FC Köln einerseits und bei der Vermittlung einer natürlichen Autorität als Seelsorger und im Latein- und Religionsunterricht andererseits. Mit Blick auf den Unterricht wies Frau Dr. Schellenberger auch noch auf die fachlichen Fähigkeiten vieler Abiturientinnen unserer Schule hin, die im Religionsunterricht mit und durch Herrn Dr. Schauff präzise vorbereitet wurden und reflektiertes Wissen erworben haben. Viele Ehemalige, die sich gerne an Herrn Dr. Schauff erinnern, bitten ihn darum, ihre Kinder zu taufen oder das Sakrament der Ehe zu spenden. Ein Beleg für das gute Verhältnis von Herrn Dr. Schauff zu seinen Schülerinnen, welches auch nach dem Abitur nicht abreißt.

 

Als „unsere Frau in den Naturwissenschaften“ (seit 1994) lobte Frau Dr. Schellenberger unsere Kollegin Dr. Birgitt Fuchs. Sie habe es geschafft, viele Schülerinnen für die Physik und die Chemie zu begeistern und auf dem Weg zu ausgezeichneten Noten im Abitur zu begleiten. Erwähnt werden sollen hier auch die persönlichen Kontakte von Frau Dr. Fuchs zum Forschungszentrum Jülich, die ganz entscheidend den Weg für die Etablierung und den Ausbau der Kooperation mit dem JuLab geebnet haben. Teilnahmen an Zukunftsprojekten der Stadt und der Region wurden durch den Unterricht in den Kursen von Frau Dr. Fuchs und die treue Partnerschaft mit den Kooperationspartnern möglich gemacht. Im Erasmus+-Projekt „Energie und Klimawandel“ ab 2019 engagierte sich Frau Dr. Fuchs in Zusammenarbeit mit ihrem Projektkurs sowie unserer spanischen Partnerschule in La Vall. 

Neben der naturwissenschaftlichen Bildung lag es Frau Dr. Fuchs am Herzen, unsere Schülerinnen als Mädchen und junge Frauen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu stärken. 

 

„Diese Frau müssen’se holen, die passt zu uns.“ – Auf Empfehlung unseres ehemaligen stellvertretenden Schulleiters Dr. Nieveler kam Elisabeth Stommel 1994 ans MGJ. Und wie Recht Herr Dr. Nieveler hatte! Konstante Klassenlehrerin in der Unterstufe, wichtiges Teammitglied in der Erprobungsstufenkoordination, zuverlässige Stütze für die Schulleitung, SV-Lehrerin, Kinderschutzbeauftragte beim Kreis Düren – Aufgaben, die Frau Stommel immer mit Freude und großer Gewissenhaftigkeit erfüllte. Wann immer man Rat brauchte konnte man sich an Frau Stommel wenden – das galt gleichermaßen für Schülerinnen, Kolleginnen und Kollegen, Schulträger und Schulleitung. Dabei hat Frau Stommel stets „selbstlos mit Blick auf das Wohl des Ganzen“ agiert.

 

Wie Frau Stommel hat sich auch Ute Batfalsky für die Forderung und Förderung unserer jüngsten Schülerinnen eingesetzt, etwa im Selbstlernzentrum sowie bei der Organisation des Förderunterrichts und der Lernstudios. Seit 1996 war sie als Lehrerin für Mathematik und Biologie am MGJ tätig. Sie kam auf Empfehlung unserer ehemaligen Kollegin Frau Schieren an das MGJ und wurde schnell zu einer zuverlässigen Lehrerin und Klassenlehrerin. Methodentage für die Erprobungsstufe, Wettbewerbsteilnahmen in der Mathematik und Biologie und Projekte rund um Fledermaus und Bauernhof wurden durch ihren leidenschaftlichen Einsatz für unsere Schülerinnen ermöglicht. Ferner engagierte sich Frau Batfalsky bei der Etablierung eines „gesunden Frühstücks“ in der Schulcafeteria.

Zuletzt ist festzuhalten, dass Ute Batfalsky sich immer mit großem Einsatz um die Ausbildung unserer Referendarinnen und Referendare gekümmert hat, von denen einige – auf ihre ausdrückliche Empfehlung – heute schon seit längerer oder kurzer Zeit als „fertig“ Lehrerinnen und Lehrer unterrichten.

 

2001 wurde Ute Dürselen als Lehrerin für Sport und Erdkunde am MGJ eingestellt. Frau Dr. Schellenberger beschrieb sie in ihrer Rede als „eine engagierte Lehrerin, ideenreich, handfest, hilfsbereit, loyal, umsichtig“ und als „eine Frau, die mit der Schule, für die Schülerinnen dachte!“. 

Zu den bleibenden Initiativen gehörten die Gestaltung der Projekt-, später Studienwochen am Ende jeden Schuljahres. 

 

Einen Dank sprach Frau Dr. Schellenberger auch deswegen an Frau Batfalsky, Frau Dürselen und Frau Dr. Fuchs aus, weil sie - als evangelische Christen - bei wichtigen Ereignissen für die Kirche und für unsere Schule persönlich dabei waren: bei der Heiligsprechung des Gründers des Opus Dei, Josemaría Escrivá de Balaguer, in Rom 2002 und bei der Seligsprechung seines Nachfolgers Alvaro del Portillo in Madrid 2014. „Mit der Wertschätzung des Geistes, der die pädagogischen Grundlagen des MGJ inspiriert, haben Sie auch ein ökumenisches Zeichen gesetzt“, so Frau Dr. Schellenberger.

 Die Abschlussworte von Frau Dr. Schellenberger als Vertreterin des Schulträgers hier im Wortlaut: „Liebe Ruheständler, Ihre Hinweise und Ratschläge, die Sie den Schülerinnen gegeben haben, trugen dazu bei, das Bewusstsein des eigenen Wertes einer jeden Schülerin zu stärken, selbst dann, wenn Sie sie korrigieren mussten. Sie leisteten damit einen großen Beitrag zum Selbstwertgefühl einer jeden Schülerin.  Viele Schülerinnen danken es Ihnen, auch wenn Sie selbst es in der Schulzeit nie erfahren haben. Vor kurzem las ich von einer engagierten Lehrerin Folgendes: ‚Mir ist gleich, was meine Schüler heute über mich denken. Wichtig ist, was sie in zwanzig Jahren denken werden.‘ Als Christen sind wir aufgerufen mehr als nur fachliche und menschliche Bildung zu vermitteln. Wir geben Zeugnis von einem geglückten Leben, wenn wir uns bewusst sind, dass wir fehlbare Menschen und zugleich Töchter und Söhne Gottes sind. Auf der Grundlage dieses christlichen Menschenbildes basieren unsere Erziehung und unser „Prima Klima“ im MGJ.“

 

Andreas Wergen (mit Auszügen aus der Dankesrede von Dr. Barbara Schellenberger)