DATENSCHUTZ

Zeit für einen Neuanfang - Ein Impuls für die Osterzeit

Von der Vergänglichkeit des Lebens haben
wir in den letzten Wochen viel gehört und auch gesehen!

Manchmal denken wir: es reicht!

Wir haben Verlangen nach Unvergänglichkeit!

Es ist Zeit für einen Neuanfang!

Den endgültigen Neuanfang können wir nicht selber fabrizieren, wir können ihn uns nur schenken lassen: Ostern ist der Anfang der Vollendung der Neuschöpfung. Es ist der Beginn des neuen Lebens. Des ewigen Lebens, das uns nicht mehr genommen werden kann, des Lebens, das schon hier beginnt. Eine Begegnung mit dem Auferstandenen macht aus müden, frustrierten Menschen tatenhungrige Energiebündel.

Werfen wir einen Blick auf zwei, die es wissen müssen. Zunächst sehen wir sie, wie sie sich mit hängenden Köpfen aus dem Staub machen, weg von Jerusalem, dem Ort der zerplatzen Träume. Sie sind nach Emmaus unterwegs, einem kleinen Dorf unweit der Metropole. "Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde. Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist", sagen sie zu dem merkwürdigen Fremden, der plötzlich wie aus dem Nichts bei Ihnen ist und mit ihnen geht. Es ist geradezu unheimlich: er kennt ihre Gedanken, doch sie kennen ihn nicht. Er scheint über Insiderwissen zu verfügen. "Musste nicht der Messias das erleiden und so in seine Herrlichkeit gelangen? Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht".

Im Laufe des Gesprächs wird das Herz der beiden immer leichter. Sie spüren gar nicht mehr ihre müden Füße und vor allem:  die Kälte der Traurigkeit und Mutlosigkeit, die ihr Herzen engmachte, weicht der freudigen Ahnung, wer dieser merkwürdige Fremde ist, der an ihre Herzen klopft. Sie erreichen ihr Ziel.  "Bleibe bei uns; denn es wird Abend, der Tag hat sich schon geneigt!" Beim Brotbrechen erkennen sie ihn. Endlich! Und siehe da, so plötzlich, wie er gekommen ist, entzieht er sich wieder ihren Blicken. Doch die beiden sagen zueinander: "Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schriften eröffnete?“ Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück.

Einmal von Jerusalem nach Emmaus und wieder zurück in derselben Nacht, das sind 11 Kilometer hin und 11 Kilometer zurück. Von Müdigkeit keine Spur mehr. Das ist Begeisterung im wahrsten Sinne des Wortes. Eine Begegnung mit dem Auferstandenen vertreibt alle Müdigkeit körperlicher und seelischer Art. "Christlicher Optimismus - das ist weder der Blick durch die rosarote Brille, noch das rein menschliche Vertrauen darauf, dass alles gut geht. Christlicher Optimismus wurzelt im Bewusstsein unserer Freiheit und in dem Vertrauen auf die Macht der Gnade. Er verlangt von uns, dass wir in jedem Augenblick bereit sind, dem Ruf Gottes zu folgen" (hl. Josefmaria).
Die beiden Emmaus-Jünger kommen wieder in Jerusalem an und treffen die "Elf und die mit ihnen versammelt waren. Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen. Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach."
Wollen wir eine Erfahrung, wie die beiden Emmaus-Jünger machen, tun wir es ihnen gleich. Begegnen wir dem Auferstandenen beim Brotbrechen, im Sakrament der Eucharistie. Gehen wir jeden Tag ein Stück mit ihm auf dem Weg, indem wir uns Zeit für das Gebet nehmen. Verbreiten wir die echt christliche Freude. Schämen wir uns unseres Glaubens nicht, sondern seien wir stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die uns erfüllt (vgl. 1 Petr 3,16).

Dr. Thomas Schauff

 

Bildrechte: https://abtei-kornelimuenster.de/spirituelles/bilder-brooks-gerloff.html?view=article&id=81:brooks-gerloff-unterwegs-nach-emmaus&catid=48