Spanische Austauschschülerinnen entdecken die Naturwissenschaft für sich

Ausgelassene Stimmung liegt im Raum. Zehn spanische Mädchen schlüpfen in die Laborkittel und lauschen dann begeistert den Leitern der Workshops „Vom Chip zum Sensor“ und „Farbstoffe in Lebensmitteln bestimmen“ am Campus Jülich der FH Aachen. Die Schülerinnen, die vom Colegio La Vall, Bellaterra (Barcelona) angereist waren und zu Gast im MGJ waren, konnten einen Einblick in die Studienmöglichkeiten am Campus bekommen und ihre naturwissenschaftlichen Fähigkeiten unter Beweis stellen.
„Vom Chip zum Sensor“ hieß das Motto des ersten Workshops, bei dem die Mädchen im Reinraum des Instituts für Nano- und Biotechnologien gearbeitet haben. Biosensoren haben mittlerweile eine große Bedeutung in unserem täglichen Leben, etwa bei der Behandlung von Diabetes mellitus, bei Prozessen in der Pharma-, Kosmetik- und Lebensmittelindustrie sowie zum Nachweis von Krankheitserregern.

Das Fazit von Julio Arreola, Doktorand sowie Leiter des Workshops, fiel positiv aus: „Der Besuch der Austauschschülerinnen war ein voller Erfolg auf beiden Seiten. Die Mädchen konnten ausführliche Einblicke in die Herstellung der Biosensoren erhalten. Auf der anderen Seite war es für mich eine neue Erfahrung, meine fachlichen Kenntnisse einfach und verständlich auf Spanisch darzustellen.“
Auch die spanischen Austauschschülerinnen fanden nur lobende Worte für den Workshop, denn er begeisterte die Mädchen, die bisher keine besondere Affinität zu naturwissenschaftlichen Fächern gezeigt haben. Die spanische Praktikantin und Ingenieurstudentin Carmina Salou sagte, sie würde gerne an der FH Aachen studieren, weil es so praktisch und lebensnah ist, was sie im Labor gemacht hat.
Der zweite Workshop „Farbstoffe in Lebensmitteln bestimmen“ wurde zeitgleich angeboten. Auch Sandra Schmitz aus dem Fachbereich Chemie und Biotechnologie sowie Leiterin des Workshops, lobte das Engagement der Mädchen: „Die Schülerinnen aus Barcelona waren sehr aufmerksam und haben mit den Pipetten geübt, sodass die Farbstofflösungen nach der Messung im Fotometer tolle Kalibriergeraden ergaben. Alle zeigten sich beeindruckt, wieviel ein Mensch von dem blauen Farbstoff am Tag essen kann (1,7 kg blaue m&m's), ohne Gesundheitsschäden davon zu tragen.“
Im Anschluss besuchten die Austauschschülerinnen einen Informationsvortrag über die FH Aachen und die Studienmöglichkeiten, für die sich einige Schülerinnen sehr interessierten. Nach einem erlebnisreichen Tag ging es für die Mädchen zurück nach Barcelona.
Teresa Canovas, lobte die hohe fachliche Kompetenz der FH-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter. Sie würde gerne nächstes Jahr nochmal mit ihren Schülerinnen und Schülern kommen, wenn der nächste Austausch mit der Partnerschule aus Barcelona stattfindet.