Sozialprojekt – Kenia

Im Rahmen der von der Schule durchgeführten Sozialprojekte bietet das MGJ alle 2 Jahre für Schülerinnen der Oberstufe (ab 16 Jahre) ein ca. 3-wöchiges Sozialprojekt in Kenia an, das während der Sommerferien stattfindet.

Hinweis: Wegen der aktuell unsicheren politischen Lage in Kenia gibt es ein neues Ziel für das Sozialprojekt - die nächste Fahrt geht 2016 nach Uganda.

Die Idee zu diesem Projekt wurde geboren, als das MGJ 2005 zum Weltjugendtag in Köln eine Gruppe von ca. 50 Afrikanerinnen beherbergte. Als Dank für die erlebte Gastfreundschaft luden sie zu einem Gegenbesuch ein – 2006 ist dann zum ersten Mal eine Gruppe von Schülerinnen mit betreuenden Lehrerinnen nach Kenia gefahren.
Die Organisation und Begleitung vor Ort wird durchgeführt von der Faida Foundation, einer Einrichtung, die sich die Unterstützung von in Kenia unterprivilegierten Mädchen und Frauen durch Aus- und Fortbildungsmaßnahmen zum Ziel gesetzt hat.
In Zusammenarbeit mit der Faida Foundation hat das MGJ folgende soziale Projekte in Kenia durchgeführt:

  • 2006: Errichtung eines Lagerhauses für von der Welthungerhilfe gespendete    Lebensmittel in einer Grundschule im slum Kangemi
  • 2008: Arbeit in einem privat geführten Waisenhaus "Wajibu Wetu" (d.h. Unsere Verantwortung)
  • 2010: Bau einer Biogasanlage im Waisenhaus. Das Sozialprojekt Kenia finanzierte die Anlage und die Schülerinnen trugen vor Ort mit ihrer Arbeitskraft zum Bau bei.
  • 2012: Arbeit mit Solarkochern im Ngong Restore Hope Institute, einem Zentrum, in dem Bewohner der umliegenden slums ausgebildet werden.

 Neben der Arbeit in den Projekten gehört ein Besuch in einem der slums von Nairobi zum festen Programm, bei dem Grundnahrungsmittel an bedürftigen Familien verteilt werden - mit diesen Lebensmitteln, im Wert von etwa 100 Euro, kommen 6 Familien einen Monat aus.
Aufgeteilt in kleine Gruppen gehen die Schülerinnen, immer begleitet von Afrikanerinnen, in die Hütten der besonders armen Familien, wo sie mit offenen Armen empfangen werden und die teilweise erschütternden Lebensgeschichten der einzelnen Menschen erfahren.

All diese Erlebnisse sind für die Schülerinnen sehr beeindruckend und prägen sie auf eine Art, die durch die theoretische Auseinandersetzung mit solchen Themen allein nicht möglich wäre. Sie erhalten Einblick in Lebensumstände, die sie sich von ihrem privilegierten Standpunkt aus kaum vorstellen können und sind zunächst geschockt – erleben dann aber, dass die Menschen
trotz der erschreckenden Lebensumstände eine große Lebensfreude und Willenskraft ausstrahlen, die sie zu einem großen Teil aus ihrem starken Glauben schöpfen.

Das Sozialprojekt Kenia besteht aber nicht nur aus dem Aufenthalt im Land selbst. Bereits im Vorfeld finden viele Aktivitäten statt. Die Schülerinnen, die mitfahren, werden in regelmäßigen Vorreffen auf die Reise vorbereitet. Dabei erfahren sie etwas über Land und Leute, Sitten und Gebräuche und die konkret geplanten Projekte.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Aquirierung von Geldern für die Projekte. Diese findet in verschiedenen Bereichen statt - hier ist die ganze Schule involviert:

  • die Klassen 5 und 6 führen sponsored walks durch, aus deren Erlös 15% in das Keniaprojekt fließen
  • aus jedem Schulfest erhält das Projekt 15%
  • in Kunstkursen werden Objekte gefertigt, die zugunsten des Projekts verkauft werden
  • regelmäßig findet der „Kenia-Markt“ in der Schule statt, bei dem Artikel aus Afrika angeboten werden, die während des Aufenthalts im Land günstig eingekauft wurden und hier für einen höheren Preis reißenden Absatz finden
  • nach der letzten Fahrt wurde ein Kochbuch herausgebracht mit Rezepten aus afrikanischen Kochzeitschriften, die im Land gesammelt wurden. Der Druck wurde gesponsored von der Sparkasse, sodass der Reinerlös in das Projekt fließt.

Der finanzielle Aspekt spielt auch für die teilnehmenden Schülerinnen eine Rolle: die Reisekosten von ca. 1500 Euro müssen sie selbst aufbringen. Viele Schülerinnen arbeiten vorher, um sich das Geld zu verdienen, oder verzichten auf andere Dinge (z.B. machen sie den Führerschein später), um die Kosten aufzubringen.

Das Sozialprojekt Kenia ist mittlerweile fest im Bewusstsein der Schülerinnen des MGJ verankert – nach jeder Reise wird der ganzen Schule ein Film von den Eindrücken und Erlebnissen vorgeführt, sodass alle sich eine Vorstellung machen können. Das spiegelt sich wider in den jährlich steigenden Anmeldezahlen für das Projekt.

Kenia